Die 1. Kompanie gestern und heute



Wann die 1.Kompanie genau gegründet wurde ist heute nicht mehr so genau zu terminieren.

Historisch überliefert ist jedoch, dass Carl Anton Kortum 1790 das Maiabendfest erstmals beschrieben hat. Das Bochumer Jungenlied von August von Kotzebue stammt aus dem Jahr 1802. Im Jahr 1834 fusionierten die Junggesellenkompanie mit den Bochumer Bürgerschützen. Überliefert ist auch, dass die erste Eichbaupflanzung mit dem Lied von Max Seipel „Baum der Heute du gepflanzet“ im Jahre 1877 stattfand. Auch wenn heute nicht mehr genau bestimmt werden kann wann die 1.Kompanie gegründet wurde, steht damals wie heute fest, dass wir das Erbe unserer Ahnen wie im Lied der Ersten beschrieben, fortführen werden.

So binden wir in Freundschaft fest und halten diesen Brauch:

Was unsere Väter schon geliebt,

das lieben wir heut auch.

Sie gründeten in Harmonie die erste Kompanie.

Wir Söhne stolz zur Fahne stehn – sie darf nicht untergehn -.

In den letzten Jahren hat sich die Kompanie aktiv an der Umgestaltung des Maiabendfestes zu einem Bürgerfest für alle Bochumer Bürger, Vereine und Institutionen beteiligt. Mit der Modernisierung des Maiabendfestes ging auch die Erste neue Wege. Ziel ist es nicht nur im Frühling präsent zu sein sondern mit einer Vielzahl von Aktivitäten das ganze Jahr über zusammen mit unseren Mitbürgern den Gemeinsinn zu fördern und soziale Gesichtspunkte nicht ausser acht zu lassen.

Jährlich wiederkehrende Aktivitäten sind

- Maiabendfest mit seinem Brauchtumsabend, dem Zapfenstreich, Festumzug und Kindertag

- Zugabend der Kompanien der BMG im jährlichen Wechsel

- Öffentlich Kompanieversammlungen

- Teilnahme an Stadtteilfesten der verschiedenen Bezirke.

Die monatlichen Treffen der Kompanie finden an jedem 2. Dienstag im Monat in der Gaststätte „Zur Altstadt“, Brückstrasse 20 statt. 



                       100 jähr. Schützenfest                                                 1. Kompanie,                                  4. bis 6.Juli 1929

           Hauptmann Carl Döhmann jr.

Der Ursprung der 1. Kompanie


liegt wohl am Moltkeplatz, dem heutigen Springerplatz, den aber alle nur "Molkenplatz nannten. Angelegt in der Gründerzeit nach 1870 war er einst der größte Marktplatz Bochums. Hier trafen sich Schützen, Feuerwehrleute sogar ein Steigerturm für Übungszwecke der Feuerwehr war vorhanden. Vieh- und Jahrmärkte wurden abgehalten und in den umliegenden Vergnügungsetablissement und Schankwirtschaften war immer was los. Wer was erleben wollte, kam dort immer auf seine Kosten. Das war auch notwendig denn das Leben war geprägt von Schwerstarbeit in den umliegenden Zechen, und im damals größten europäischem Stahlwerk,  dem Bochumer Verein. So kam auch der Stadtteil zu seinem Kosenamen. Angelegt an die Arbeitshosen der Stahlwerker war im Volksmund nur vom "Blaue Buxenviertel" die Rede. Diese Redewendung hat sich bis in die heutige Zeit gehalten.
Den Zeitgeist beschreibt sehr schön 

Das Lied vom Molkenplatz

1. Strophe
Geht man des Abends so allein auf Renne prominieren,
da sieht man wie die Pärchen sich mit den Augen schwer poussieren.
Auch ich sprach neulich eine an, und denk, ach schmeisste dich mal ran.
Und fragte sie so nebenbei, ob sie auch von Bochum sei?
Da sagte sie, Jawohl mein Schatz, ich wohne doch am Molkenplatz.
Kennze mich denn nich'?

Refrain
Ich wohne doch bei die da an den Molkenplatz, am Molkenplatz, am Molkenplatz.
Ich wohne da gar fein, für mich so ganz allein.                                                                                    Ich wohne doch bei die da an den Molkenplatz, am Molkenplatz, am Molkenplatz.
Ich wohne da gar fein, ich lade dich für morgen ein.

2. Strophe
Am andern Tag, ich ging da hin. Auf der Treppe blieb ich stehen.
Da hörte ich schon den Klamauk, trau mich nicht, dort rein zu gehen.
Der eine sagte, Mensch mach kein Peetz!- Klatsch!, da hatter ein vorm Deetz.
Der andre sagt, du bist bestusst, hau dem Pollack ein vorm Schlips.
Auf einmal wurd' mir alles klar, da wusste ich, woran ich war.
Einer rief ganz laut:

Refrain
Da komm' Se aber richtig hier am Molkenplatz, am Molkenplatz, am Molkenplatz.
Da musse Dich stickes benehm'n, sonst hasse sofort 'n paar kleem.
Da komm' Se aber richtig hier am Molkenplatz, am Molkenplatz, am Molkenplatz.
Da musse Dich stickes benehm'n, sonst hasse sofort 'n paar kleem.

3. Strophe
Auf der Marienstraße traf ich sie, datt kleine Killefit-Lieschen.
Sie war so dick und kugelrund, sah aus wie ein Radieschen.
Mit diesem molligen Gartenzwerg poussiert der Hannes Brakelsberg,
An den durft' ich mich nich' getraun, sonz' hätt er mich schwer verhauen.
Ich sachte doch, ach Mädchen schön, sach ma, willze mit mich geh'n.
Da zeigte sie bloß doof.

Refrain
Ich geh nur mitti Jungs hier vom Molkenplatz, vom Molkenplatz, vom Molkenplatz.
Aber keinen so wie Sie, Sie ham' ja keine "Marie". Ich türm' nur mitti die Seegers hier
vom Molkenplatz, vom Molkenplatz, vom Molkenplatz.                                                                      Aber keinen so wie Sie, Sie ham' ja keine "Marie".         

4. Strophe
Ihr denkt gewiss jetzt alle schon: hör auf mit Deinem Strunzen.
Du willst wohl unsern Molkenplatz total und ganz verhunzen?
Ach nein, das liegt mir völlig fern, dazu hab ich ihn gar zu gern.
Denn da kommen Kerls, so groß und stramm, am Maiabendfest zusamm'.
Was meint Ihr, wenn's nach Harpen geht, wo der Molkenplatz dann steht?
Direkt ganz vorne dran!

Refrain
Denn  die 1. Kompanie sie kommt vom Molkenplatz, vom Molkenplatz, vom Molkenplatz.
Alle Kerls so groß und stramm, an denen ist watt dran!
Denn  die 1. Kompanie sie kommt vom Molkenplatz, vom Molkenplatz, vom Molkenplatz.
Alle Kerls so groß und stramm, an denen ist watt dran!

Heute erinnert nichts mehr an die alten Zeiten. Heute sind die meisten Kneipen geschlossen und der Platz wurde neu gestaltet. Auch wir, die 1. Kompanie, versammelt sich nicht mehr am Springerplatz, um den Marsch nach Harpen anzutreten. Aber unserem Stadtteil sind wir weiterhin stark verbunden sowie in der 4. Strophe beschrieben.
 


Über das Leben der ersten Kompanie in der älteren Zeit schweigen die Quellen, jedoch existiert ein Namensverzeichnis unserer Kompaniehauptleute:


 


1829 Heinrich Falkenberg           1927 Carl Döhmann


1872 Hugo Müller                         1929 Hermann Wiegand


1888 Gustav Wilhelm Becker     1954 Otto Biesenkamp


1894 Robert Peters                      1960 Walter Trummel


1897 Karl Kuhstoß                        1964 Ewald Fischer (sen.)


1900 Fritz Dustmann                    1990 F.-Gerd Timmer


1904 Fritz Jansen                         2006 Hans-J. Rauschning


1907 Carl Hölscher